Vier zentrale Entwicklungsziele greifen die Ausgangslage in den Kommunen auf, nehmen Bezug auf Chancen, Stärken und Schwächen und berücksichtigen die durch (über-)regionale Gegebenheiten zu verzeichnenden Herausforderungen. Daneben gelten folgende Querschnittsziele für die Region:

  • demografischen Wandel als Herausforderung annehmen
  • ökonomisch, sozial und ökologisch nachhaltige Entwicklung der Region fördern
  • Chancengleichheit zwischen den gesellschaftlichen Gruppen gewährleisten
  • Innovationen ermöglichen und befördern
  • Entwicklungen und Handlungsansätze in den benachbarten Niederlanden berücksichtigen

 

Entwicklungsziel Rang A1: Ökonomische Kompetenz Agrobusiness sichern und stärken
Das Agrobusiness ist in der Region tief verwurzelt und spielt die zentrale Rolle im Wirtschaftsgeschehen. Die Sicherung und Stärkung des Agrobusiness hat daher eine herausragende Bedeutung. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette, welche diverse Branchen aus dem primären, sekundären und tertiären Sektor umfasst, sollen die Standortbedingungen für die Betriebe optimiert und diese noch stärker an den Standort gebunden werden. Vor dem Hintergrund der stark beanspruchten Landschaft und des spezifischen Energieverbrauchs der Region ist dabei die Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen als besondere Herausforderung zu beachten. Zur Spezifizierung des Entwicklungsziels dienen die nachfolgend aufgeführten Teilziele:

 

  • Fachkräfte gewinnen und an die Region binden
  • Unternehmen in regionale Netzwerke einbinden
  • Dialog von Forschung, Wirtschaft und Öffentlichkeit fördern
  • regionale Wirtschaftskreisläufe stärken
  • neue Lösungen für die Energieversorgung entwickeln
  • natürliche Ressourcen schützen

 

Entwicklungsziel Rang A2: Regionale Identität stärken
Das Selbstverständnis der Region gründet tief in ihrer Geschichte als „Produktionslandschaft“; Gartenbau und Landwirtschaft bestimmen seit langer Zeit das Selbstbildnis. Hinzu kommen spezifische regionale Produkte, die Historie der einzelnen Ortschaften und die regionale Baukultur sowie ein gewisses christliches „Grundrauschen“ der Region. Die Stärkung der Regionalen Identität nach innen und außen hat für die Entwicklungsstrategie zentrale Bedeutung, da diese in alle Themenfelder hineinwirkt. Bei der Außendarstellung ist die Einordnung in die Zusammenhänge innerhalb des Niederrheins und des deutsch-niederländischen Grenzraums zu beachten. Durch Heimatkunde und -pflege erfolgen eine generationenübergreifende Vernetzung der Akteure und eine breit gefächerte Ansprache verschiedener Ziel- und Altersgruppen. Folgende Teilziele konkretisieren die dargelegten Absichten:


  • Selbstverständnis der Region auf Grundlage der regionalen Geschichte verdeutlichen
  • Gemeinschaftsgefühl der Region festigen und verstetigen
  • engagierte Zusammenarbeit in der Region festigen und verstetigen
  • Region mit ihren spezifischen Eigenheiten positionieren (insb. in Bezug auf Wirtschaft und Tourismus)

 

Entwicklungsziel Rang B: Zusammenleben gestalten
Der demografische Wandel wird das Zusammenleben verändern. Eine schrumpfende sowie älter und bunter werdende Gesellschaft stellt insbesondere die kleineren Ortschaften vor große Herausforderungen. Temporäre bzw. sich dauerhaft in der Region niederlassende Arbeitskräfte aus dem Ausland stellen für die Region ein spezifisches Potenzial dar, um Schrumpfung und Alterung der Bevölkerung entgegenzuwirken. Sie verändern die Gesellschaft aber auch, indem sie kulturell vielfältiger wird. Hinzu kommt eine steigende Anzahl von Flüchtlingen und Asylbewerbern. In der Folge ergeben sich neue Herausforderungen. Möglichen Konflikten muss frühzeitig vorgebeugt und soziale Integration gefördert werden. Ebenso ist auf die Zugänglichkeit zu Hilfs- und Beratungs-angeboten für benachteiligte Bevölkerungsgruppen zu achten. Zwar sind zahlreiche Initiativen und Angebote vorhanden, gleichwohl können abgestimmtes Handeln, die gezielte Information darüber und der Abbau der Hemmschwelle, diese in Anspruch zu nehmen, helfen, Ausgrenzung zu vermeiden. Diese Teilziele veranschaulichen die verschiedenen Ebenen des Entwicklungsziels:

 

  • Zusammenleben der Generationen positiv gestalten
  • Willkommenskultur: sich als Region offen zeigen und Zuwanderer willkommen heißen
  • Saisonarbeitskräfte in das gesellschaftliche Leben einbinden
  • Anreize schaffen, dauerhaft in der Region zu bleiben
  • Niemand bleibt zurück: Erfolg und Wohlstand teilen

 

Entwicklungsziel Rang B: Funktionalität der Ortschaften erhalten
Eine schrumpfende Bevölkerung kann einen Funktionsverlust in kleinen Ortschaften bedeuten. In vielen Bereichen der Region droht ein Rückgang der Versorgungsstrukturen. Entwicklungsziel ist es, die Funktionalität der Ortschaften zu erhalten und dort, wo sie besonders gefährdet ist, über eine Verbesserung des Mobilitätsangebotes der Bevölkerung den Zugang zu Infrastrukturen und Angeboten zu ermöglichen. Auch mit Hilfe zur Selbsthilfe sollen die Bewohner/innen in die Lage versetzt werden, ihr Lebensumfeld auch in Zukunft angenehm zu gestalten. Alle Generationen werden in die Ortsentwicklung eingebunden und eignen sich die Räume an. Die Teilziele zu diesem Entwicklungsziel:


  • demografischen Wandel durch Zuzug (junge Menschen, Zuwanderer) abfedern
  • Infrastrukturen und Angebote sichern, ausbauen und vernetzen
  • Mobilitätsangebote und -nutzung zukunftsfähig weiterentwickeln
  • Wohnraumangebot an demografische Entwicklung anpassen und neue Wohnformen entwickeln
  • lebendige Ortschaften als Identifikationsräume erhalten

Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums: Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete unter Beteiligung des Landes Nordrhein-Westfalen.