2.000 m² Achterhoeker Blühstreifen als „Initialzündung“ für regionale Maßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt

„Vernetzung“ ist eine entscheidende Antwort, um dem Verlust der Artenvielfalt am Niederrhein wirksam zu begegnen. Da waren sich die Expertinnen und Experten aus Kommunen, Politik, Naturschutz und Heimatvereinen aus den Kreisen Kleve, Viersen und Wesel nach der rund dreistündigen Exkursion durch die Bauernschaft Achterhoek einig. Zur Informationsfahrt und Fachdiskussion in der Natur eingeladen hatte der Verein „Natur und Kultur im Achterhoek“ (NuK).

 

Unter Federführung von Johannes Baaken gelang es dem Nuk, im Frühjahr 2017 in Zusammenarbeit mit der Stadt Kevelaer, dem Kreis Kleve, dem SOS-Kinderdorf Kevelaer, Landwirten und privaten Sponsoren auf mehr als 2.000 m² artenreiche Blühstreifen als Demonstrationsflächen für verschiedene ein- und mehrjährige Regio-Saatgutmischungen anzulegen. Gärtnermeister Baaken und der NuK haben bereits mehrjährige Erfahrung mit der Anlage von Blühflächen.

 

Blühstreifen sichern Artenvielfalt – Nachahmer erwünscht


NuK-Vereinsvorsitzender Rainer Verhülsdonk hofft auf viele Nachahmer, damit Biotope durch Blühstreifen vernetzt werden und die Natur wiederbelebt wird: „Das Achterhoeker Blühstreifen-Projekt kann eine Initialzündung für weitere Maßnahmen sein.“ Das Projekt zeigt: Blühstreifen sind mehr als farbenfrohe Blickfänge im Sommer. Sie sind Lebensraum oder Überwinterungsort für viele Insektenarten und Nützlinge wie Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen. Hinsichtlich des hohen ökologischen Wertes sei jedoch ein Umdenken der Bevölkerung erforderlich. Naturschutz bedeute vielfach auch, nichts zu tun und z.B. auf Mahd zu verzichten, so NuK-Geschäftsführer Matthias David.


Ziel 2018: Eigenes Regio-Saatgut für den Niederrhein


Neben Flächenausweitung und Bewusstseinsbildung, gehört es zu den Zielen des Achterhoeker Projektes, standortgerechte Pflanzenmischungen für den Niederrhein zu entwickeln. Fachliche Unterstützung erhält der NuK dabei u.a. von der Diplom-Biologin Monika Ochse vom NABU- Naturschutzzentrum Gelderland, Christian Chmela von der Biologischen Station und von Regio-Saatgutherstellern. Die NuK-Vorstandsmitglieder sowie die Nabu-Kreisvorsitzende Monika Hertel und ihre Mitarbeiterin Monika Ochse informierten die Gäste an den verschiedenen Stationen am Dorfplatz, Ploodyck, Hungerwolfsweg und am Achterhoeker Schulweg über niederrhein-typische Arten. Dazu gehören z.B. Spitzwegerich, wilde Möhren, Taubnessel, Scharfgarbe oder Klee.


Höchste Zeit zu Handeln


Naturschützer Heinz Tüffers vom Naturschutzhof Sassenfeld in Nettetal mahnte zum Handeln. Er verwies auf den dramatischen Rückgang von Vögeln, Fledermäusen und Insekten um teilweise bis zu 60 Prozent. Nisthilfen blieben leer, weil Tiere mangels Nahrungsangebot verhungerten.

 

Das Blühstreifen-Projekt soll 2018 als (über-)regionales LEADER-Projekt „Das bunte Band“ weiterentwickelt werden. 

Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums: Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete unter Beteiligung des Landes Nordrhein-Westfalen.